Versicherungssteuer einfach erklärt

Recht & Gesetz

Versicherungen gehören für viele Menschen zum Alltag, ob Kfz-Versicherung, Hausrat oder Haftpflicht. Was dabei oft übersehen wird: In vielen Fällen fällt zusätzlich zur Versicherungsprämie auch Versicherungssteuer an.

Aber was genau ist eigentlich diese Steuer? Wie hoch ist die Versicherungssteuer? Und kann man sie absetzen? In diesem Beitrag versuchen wir, das Thema einfach und verständlich zu erklären.

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Was ist die Versicherungssteuer überhaupt?

Die Versicherungssteuer ist eine sogenannte indirekte Steuer, die auf viele Versicherungsverträge erhoben wird. Das bedeutet: Sie wird nicht direkt an das Finanzamt gezahlt, sondern vom Versicherer berechnet und an den Staat weitergeleitet. Als Versicherungsnehmer merkt man sie meist nur am Gesamtbetrag der Prämie, da ist sie nämlich schon enthalten.

Diese Steuer gibt es in Deutschland schon seit über 100 Jahren. Sie betrifft zahlreiche Versicherungsarten, zum Beispiel:

  • Kfz-Versicherung (Haftpflicht und Kasko)
  • Hausratversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Unfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Nicht betroffen sind in der Regel Kranken- und Lebensversicherungen – dort kann stattdessen die Umsatzsteuer oder gar keine Steuer greifen, je nach Vertragsart. Welche Versicherungen wie besteuert werden, hängt vom Einzelfall ab.

Wie hoch ist die Versicherungssteuer?

Eine der häufigsten Fragen lautet: Wie hoch ist die Versicherungssteuer aktuell?

Der Regelsatz der Versicherungssteuer beträgt derzeit (Stand: Juli 2025) 19 Prozent – das entspricht dem bekannten Mehrwertsteuersatz. Allerdings gilt das nicht für alle Versicherungen.

Einige Beispiele:

VersicherungsartVersicherungssteuer (Stand Juli 2025)
Kfz-Haftpflichtversicherung19 %
Hausratversicherung19 %
Krankenversicherungmeist steuerfrei

Wichtig: Die Versicherungssteuer wird auf die Prämie berechnet, nicht auf eventuelle Zusatzleistungen. Die genaue Steuerhöhe kann im Vertrag oder in der Beitragsrechnung stehen.

Was ist die Bemessungsgrundlage für die Versicherungssteuer?

Die Bemessungsgrundlage für die Versicherungssteuer ist in der Regel die Versicherungsprämie – also der Betrag, den die Kundin oder der Kunde für den Versicherungsschutz bezahlt.

Beispiel:
Wenn eine Versicherung 1.000 € Jahresprämie kostet, beträgt die Versicherungssteuer bei 19 % rund 190 €. Diese ist meist bereits im Gesamtbetrag enthalten.

Je nach Vertrag können auch einmalige Beiträge, Verwaltungsgebühren oder bestimmte Zusatzleistungen einbezogen werden, das hängt von der genauen Gestaltung ab. Deshalb ist es immer ratsam, sich bei Unklarheiten an den jeweiligen Versicherer oder eine steuerliche Fachperson zu wenden.

Ist die Versicherungssteuer steuerlich absetzbar?

Auch diese Frage wird oft gestellt: Ist die Versicherungssteuer absetzbar?

Die Antwort ist: Es kommt darauf an.

In vielen Fällen sind Versicherungsbeiträge als Ganzes teilweise steuerlich absetzbar, zum Beispiel als Vorsorgeaufwendungen, Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Die Versicherungssteuer selbst ist dabei meist im Beitrag enthalten und wird nicht separat abgesetzt, sondern gilt als Bestandteil der gesamten Versicherungsprämie.

Aber Achtung: Ob und in welcher Höhe ein Versicherungsbeitrag und damit auch die enthaltene Steuer absetzbar ist, hängt vom Einzelfall ab. Es empfiehlt sich, dies mit einer Steuerberatung zu besprechen.

Wer muss die Versicherungssteuer zahlen?

Die Steuer wird vom Versicherer berechnet und an das Bundeszentralamt für Steuern abgeführt. Für die Versicherten bedeutet das: Sie bezahlen die Steuer indirekt mit, aber sie müssen sich um nichts Weiteres kümmern.

In der Beitragsrechnung steht oft ein Hinweis wie:
„Der Betrag enthält die gesetzliche Versicherungssteuer.“

Man muss sich also als Privatperson nicht aktiv um die Zahlung kümmern, aber man sollte wissen, dass diese Steuer ein Teil der Gesamtkosten ist.

Warum gibt es eine Versicherungssteuer?

Steuern dienen der Finanzierung staatlicher Aufgaben. Die Versicherungssteuer ist eine Einnahmequelle des Bundes und soll die Nutzung bestimmter Leistungen – in diesem Fall Versicherungen – mit einem Beitrag versehen.

Fazit: Versicherungssteuer – oft unbemerkt, aber immer da

Die Versicherungssteuer ist ein fester Bestandteil vieler Versicherungsverträge, auch wenn sie selten im Fokus steht. Sie beträgt in den meisten Fällen 19 %, wird auf die Prämie aufgeschlagen und direkt vom Versicherer an den Staat abgeführt.

Ob man sie absetzen kann? Vielleicht, das hängt stark von der Art der Versicherung und der steuerlichen Situation ab. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte sich immer individuell beraten lassen.

So oder so: Es lohnt sich, die eigene Beitragsrechnung einmal genauer anzusehen – allein schon, um zu verstehen, wofür man eigentlich zahlt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für individuelle Fragen zur Absetzbarkeit oder Steuerpflicht wenden Sie sich bitte an eine Steuerberatung oder Ihren Versicherer.

Heike Janko

Seit über 20 Jahren ist Heike Janko in den Bereichen Vertriebsinnendienst und Kundenbetreuung in der Firma betzemeier tätig. Sie widmet sich jeden Tag unseren Kunden und unterstützt auf vielen Ebenen durch Ihr Fachwissen. Dabei sind Kundenzufriedenheit und Sorgfältigkeit Ihr höchstes Gut.

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